Die Zucht von Schweinen ist ein grausamer Kreislauf des Leids und endet immer mit einem gewaltvollen Tod.

Wie fühlt es sich an, in dieses System hineingeboren zu werden, ohne die Möglichkeit, dem zu entkommen?

Der einzige Grund, weshalb die Industrie dich „produziert“ hat: Auch du sollst Kinder gebären, immer wieder – damit die Industrie deine Kinder töten und als „Schweinefleisch“ verkaufen kann.

Du bist gerade einmal etwas älter als ein halbes Jahr. Dann wirst du das erste Mal in einen Metallkäfig getrieben – den sogenannten Kastenstand. Er ist so eng, dass du dich nicht einmal umdrehen kannst. Du bist gefangen auf diesem einen Fleck. Du kannst nur stehen oder dich hinlegen. Das war’s.

Dann wirst du zwangsbefruchtet. Wenn die Befruchtung nicht beim ersten Mal klappt, wird der Vorgang wiederholt.

Fast vier Monate lang bist du schwanger.

Foto: Andrew Skowron

Einen großen Teil deiner Schwangerschaft wirst du in einem Kastenstand fixiert. Alles ist trist, du hast keine Beschäftigung. Wochenlang kannst du dich kaum bewegen, geschweige denn andere natürliche Bedürfnisse ausleben.

Du bist eigentlich von Natur aus eine sehr fürsorgliche Mutter und kümmerst dich liebevoll um deine Kinder. Normalerweise würdest du für deine Ferkel ein Nest bauen. In der Fleischindustrie kannst du das alles aber nicht.

Du lebst auf kaltem, hartem Spaltenboden – Beton mit Schlitzen, durch die dein Kot und Urin fallen sollen. Deine Klauen sind verletzt und deine Gelenke schmerzen vom ständigen Stehen auf dieser rutschigen, harten Oberfläche.

Die Luft ist stickig. Durch die Güllekanäle unter dir steigt der beißende Ammoniakgeruch auf. Deine Atemwege werden davon verätzt, jeder deiner Atemzüge brennt.

Es ist laut, immer wieder schreien andere Schweine in der großen Halle. Reihe an Reihe fristet ihr euer Dasein.

Foto: Aitor Garmendia

Nachdem du die ersten Wochen deiner Schwangerschaft im Kastenstand verbringen musstest, kommst du einige Wochen vor deiner Geburt in den „Wartebereich mit Gruppenhaltung“. Auch dieser Bereich ist trist. Es gibt kaum Beschäftigungsmöglichkeiten und unter dir ist wieder Spaltenboden. Du lebst dicht aneinander gedrängt mit anderen schwangeren Schweinen.

Kurz vor der Geburt deiner Kinder wirst du dann in eine sogenannte Abferkelbucht getrieben. Für dich bedeutet das wieder mehrere Wochen im Kastenstand, ohne dich bewegen zu können. Um dich herum wieder zahlreiche andere Tiere, unter dir der harte Spaltenboden.

Du bringst dieses Mal vierzehn Ferkel zur Welt. Sie sind winzig und auf dich angewiesen. Sie suchen deine Wärme, deine Zitzen. Du willst dich um sie kümmern, ihnen Nähe und Fürsorge geben, aber du kannst es nicht. Du bist im Käfig gefangen.

Eines deiner Kinder stirbt nur wenige Stunden nach der Geburt. Es ist zu schwach und kommt nicht an deine Zitzen. Ihm fehlt Wärme und Nahrung, aber du kannst nichts tun. Die Metallstäbe verhindern, dass du dein Junges erreichst. Es stirbt alleine. Du musst dabei zusehen, nur wenige Zentimeter von ihm entfernt.

Du wurdest so gezüchtet, dass du möglichst viele Ferkel „produzierst“. Viel mehr, als du natürlicherweise bekommen würdest. Dadurch kommen viele Ferkel sehr klein und schwach zur Welt oder sie sind krank. Du kannst nicht genug Milch produzieren, um sie alle zu versorgen. Manche verhungern qualvoll.

Oder sie werden von den Arbeiter*innen „aussortiert“. Selbst wenn eine medizinische Behandlung möglich wäre – für die Betriebe ist es häufig günstiger, die betroffenen Ferkel zu töten, als sie zu versorgen.

Ein Mensch packt eines deiner Ferkel, du kannst nichts tun und musst hilflos dabei zuschauen. Er betäubt dein Kind und schlitzt ihm anschließend mit einem Messer die Kehle auf – es stirbt und wird in den „Müll“ geworfen.

Die Industrie nennt den Käfig, in dem du eingesperrt bist, „Ferkelschutzkorb“. Er soll die Ferkel davor schützen, von dir erdrückt zu werden. Doch die Realität ist, dass genau das immer wieder passiert. Denn du hast keine Möglichkeit, deinen Kindern auszuweichen.

Foto: Andrew Skowron

Deine Kinder suchen in der kargen und kalten Umgebung der Abferkelbucht deine Nähe. Dabei läuft eines unter dir. Aber irgendwann hast du keine Kraft mehr, auf deinen schmerzenden Beinen zu stehen. Du musst dich hinlegen und erdrückst dabei versehentlich dein eigenes Kind. Du hast keine Wahl, du bist an diesem Fleck gefangen und kannst nicht einfach zur Seite gehen, wie du es natürlicherweise machen würdest.

Deinen Ferkeln werden von …