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Ein Erdbeben ist ein Naturphänomen. Das Ausmaß seiner Folgen ist jedoch weder natürlich noch unvermeidbar. Die prekären Wohnverhältnisse, soziale Ungleichheit, mangelnde Infrastruktur, das Fehlen geeigneter Präventionsmaßnahmen sowie die Verschlechterung der Lebens- und Arbeitsbedingungen bestimmen, wer dem Risiko stärker ausgesetzt ist und wer bessere Voraussetzungen hat, um zu überleben und sein Leben wieder aufzubauen. Daher tragen die Kommunalverwaltungen, die Bundesregierung und die Wohnungswirtschaft konkrete Verantwortung angesichts dieser Tragödie. (…) Es reicht nicht aus, den Notstand auszurufen oder Mittel anzukündigen. Es muss sichergestellt werden, dass diese Mittel unverzüglich bei den betroffenen Gemeinden ankommen
…“ Aus der span.
Solidaritätserklärung vom 13. August 2026 von Laboursolidarity
– des internationalen Gewerkschaftsnetzwerks für Solidarität und Kämpfe – siehe eine frühere Fassung sowie einen Beitrag zur politischen Situation:
Kolumbiens rechte Regierung bremst Erdbebenhilfe
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Nach dem schweren Erdbeben, das am Montag weite Teile Kolumbiens erschüttertte und bislang 265 Tote sowie knapp 3.500 Verletzte gefordert hat, steht die ultrarechte Regierung von Präsident Abelardo de la Espriella vor ihrer ersten schweren Bewährungsprobe. Nach den Ankündigungen, gegen Narcokriminalität und Guerillabanden mit aller militärischen Macht vorzugehen, muss sie nun ihr Katastrophenmanagement unter Beweis stellen.
Eine zentrale Schwierigkeit ist die abgebrochene Amtsübergabe mit der Regierung des ausgeschiedenen Präsidenten Gustavo Petro. Nachdem Petro der neuen Regierung vorgeworfen hatte, durch Wahlbetrug an die Macht gekommen zu sein, erklärte de la Espriella, er könne „nicht mit einer Bande von Putschisten und Korrupten am Tisch sitzen, die den Willen des souveränen Volkes an den Urnen nicht anerkennt“, und brach die Übergabegespräche ab.
Das hatte Folgen für die Nationale Einheit für Katastrophen- und Risikomanagement (UNGRD): Als das Erdbeben sich ereignete, war deren Leiter Javier Pava, ein Vertrauter Petros, noch im Amt. Erst am Dienstag trat er zurück und machte den Weg für den von de la Espriella designierten Geologen David Tamayo frei. Die fehlende Übergabe stellt Tamayo nun vor erhebliche Probleme. Carlos Carrillo, der die UNGRD von März 2024 bis Juni 2026 leitete und den Korruptionsskandal um seinen Vorgänger aufzuarbeiten versuchte, bezeichnet die Behörde als „riesig, nahezu unregierbar und sehr reaktiv“. Sie müsse täglich auf neue Ereignisse reagieren, was die Lösung struktureller Probleme erschwere. Zudem habe sich dort ein „Korruptionskartell“ festgesetzt, das Abgeordneten und politischen Clans zu Diensten sei.
Auch bei internationalen Hilfsangeboten reagierte die Regierung zunächst zögerlich. Angebote aus Mexiko, El Salvador, Brasilien, China, Spanien und von den Vereinten Nationen wurden zunächst nicht angenommen; lediglich Rettungsmannschaften aus den USA erhielten frühzeitig die Einreisegenehmigung. Erst am Mittwoch, mehr als 50 Stunden nach der Katastrophe, waren professionelle Hilfsmannschaften aus Mexiko und Experten aus den USA im Land. Tamayo kündigte an, nur zertifizierte Rettungsmannschaften aus den USA, Ecuador, El Salvador oder Israel ins Land zu lassen. (…)
Angesichts des Erdbebens ließ de la Espriella den wirtschaftlichen Notstand ausrufen. Damit kann die Regierung unter anderem Haushaltsentscheidungen per Dekret treffen und neue Steuern erheben, ohne das Parlament zu passieren. Im Wahlkampf hatte der Präsident noch versprochen, den Staatshaushalt ohne neue Steuern zu sanieren. Für die Bevölkerung ermöglicht der Notstand unter anderem Zahlungsaufschübe und Kredithilfen. Das Wirtschaftswachstum lag im letzten Quartal 2025 bei 3,6 Prozent, das Haushaltsdefizit jedoch bei mehr als sechs Prozent. Der Notstand kann auf maximal 90 Tage ausgeweitet werden
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Bericht von Benjamin Grasse vom 14.08.2026 in amerika21
Erdbeben in Kolumbien: Das Internationale Gewerkschaftsnetzwerk für Solidarität und Kampf fordert sofortige Hilfe und Rechte für die Arbeitnehmer
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Am Montagmorgen (10.) wurde Kolumbien von einem starken Erdbeben der Stärke 7,4 erschüttert. Es handelt sich um das schwerste Erdbeben im Land seit einem Jahrzehnt. Mit einer Tiefe von 103 km verursachte das Beben Zerstörung, Angst und Bestürzung. Das Epizentrum des Bebens lag in San José del Palmar in der Cordillera Occidental. Das Erdbeben erschütterte fast das gesamte kolumbianische …