Update vom 10. August 2026
Luchs entflieht aus dem Naturwildpark und wird von Jäger erschossen
Nachdem Luchs Mikaesch Ende Juli 2026 aus seinem Gehege im Naturwildpark Granat entkommen war, wurde er am 8. August, rund zwei Wochen später, von einem Jäger getötet. Berichten zufolge soll der Luchs den Hund eines Spaziergängers bedroht haben. Luchse gelten jedoch als sehr scheu und meiden Menschen in der Regel. Wie Mikaesch aus seinem Gehege fliehen konnte, bleibt bislang unklar.
Der Vorfall wirft erneut Fragen zur Haltung von Tieren im Naturwildpark Granat auf. Erst im März 2026 haben wir von PETA Deutschland Strafanzeige gegen den Betreiber wegen des Verdachts auf Vernachlässigung einiger Tiere erstattet. Die Haltung von Luchsen und anderen Tieren in Zoos und Wildparks muss endlich beendet werden.
„Erst eingesperrt, dann ausgebrochen und schließlich erschossen: Mikaesch hat die Sehnsucht nach Freiheit mit dem Leben bezahlt. Immer wieder kommt es in Zoos zu Unfällen und Ausbrüchen, die für die Tiere tödlich enden können und auch Menschen und andere Tiere in Gefahr bringen. Kein noch so großes Gehege kann den natürlichen Bedürfnissen von Wildtieren gerecht werden. Wer verhindern will, dass die Gefangenschaft für weitere Tiere tödlich endet, muss aufhören, fühlende Lebewesen für die Schaulust von Menschen auszustellen.“
Dr. Yvonne Würz, Biologin und Fachreferentin bei PETA Deutschland
Update vom 20. März 2026
Aktuelle Fotos deuten erneut auf Vernachlässigung hin
Ende Februar 2026 erreichte uns bei PETA Deutschland eine Whistleblower-Meldung mit aktuellen Fotos, die ein Mufflon im Naturwildpark Granat mit überlang gewachsenen, sogenannten Schnabelhufen zeigen. Aufgrund von Fehlstellungen kann dies mit erheblichen Schmerzen für das Tier verbunden sein. Wir haben das Kreisveterinäramt Recklinghausen darüber verständigt und aufgefordert, die Tierhaltung umfassend zu überprüfen.
Bereits im Herbst 2025 wurde uns und der Veterinärbehörde durch einen Augenzeugen von einer ähnlichen Beobachtung berichtet. Wenn Tiere möglicherweise über Monate hinweg mit schmerzhaft überlangen Hufen leben müssen, ist das ein klares Zeichen für Vernachlässigung. Daher werden wir nun erneut Strafanzeige gegen die Wildpark-Verantwortlichen erstatten.
PETA hatte ähnliche Missstände bereits 2022 nach mehreren Meldungen von Augenzeug:innen beim zuständigen Veterinäramt im Kreis Recklinghausen angezeigt und Strafanzeige erstattet. Damals stellte die Staatsanwaltschaft Essen das Verfahren ein, nachdem die Behörde keine Verstöße festgestellt hatte.
Update vom März 2023:
Trotz Augenzeugenberichten: Staatsanwaltschaft Essen stellt Verfahren gegen Betreiber des Parks ein
Im Jahr 2022 hatten wir nach einer Augenzeugenmeldung Strafanzeige gegen den Betreiber des Naturwildparks Granat erstattet. Damals berichteten Besucher:innen von verschiedenen Missständen in der Haltung der Tiere, darunter ein humpelndes Schwein im
Streichelzoobereich
. Fotos dokumentierten ein Mufflon mit stark deformierten Hufen. Das Bildmaterial legte unserer Einschätzung nach nahe, dass die Erkrankung des Tieres bereits mehrere Monate unbehandelt blieb. Laut Augenzeug:innen konnte das Mufflon kaum noch laufen.
Nach der medialen Berichterstattung über die von uns erstattete Strafanzeige wandten sich drei weitere Augenzeug:innen an uns und berichteten ebenfalls von verschiedenen tierquälerischen Missständen. Dennoch stellte die Staatsanwaltschaft Essen das Verfahren im März 2023 ein. Der Betreiber des Wildparks gab an, dass ein regelmäßiger Hufschnitt in Freigehegen normalerweise nicht erforderlich sei, da sich die Hufe durch natürliche Bewegung abnutzen würden. Das betroffene Tier habe erst mit zeitlicher Verzögerung eingefangen werden können, um einen Hufschnitt durchzuführen.
Wir kürten das Kreisveterinäramt Recklinghausen im Jahr 2022 als
eine der fünf schlechtesten Veterinärbehörden Deutschlands
, weil dieses nach Ansicht von PETA nicht konsequent gegen die Missstände vorging.
Schnabelhufe und deren körperlichen Folgen
Bei der sogenannten Hufrehe, einer schmerzhaften Entzündung der Huflederhaut, können im chronischen Stadium sogenannte Schnabelhufe auftreten. Damit es nicht zu dieser krankhaften Veränderung kommt, müssen Tierhaltende regelmäßig die Klauen kontrollieren, kürzen und pflegen. Tiere, die lahmen, müssen tiermedizinisch versorgt werden. Bleibt diese Versorgung aus, ist das tierschutzwidrig.
Update vom …